Bordleben auf der Kreuzfahrt und typischer Ablauf

Sobald das Schiff abgelegt hat, beginnt der eigentliche Bordalltag. Restaurants, Bars, Shows, Sport, Spa, Pooldeck und dazu jeden Tag ein anderes Programm – gerade bei der ersten Kreuzfahrt kann das zunächst nach ziemlich viel aussehen.

Mein wichtigster Tipp: Versuch nicht, jeden Programmpunkt mitzunehmen. Eine Kreuzfahrt macht für mich gerade deshalb Spaß, weil man sich auch einfach treiben lassen kann.

Was gibt es an Bord eigentlich alles?

Das Angebot hängt natürlich stark von Schiff und Reederei ab. Auf einem klassischen Kreuzfahrtschiff findest du aber meistens eine Mischung aus Restaurants, Unterhaltung, Sportmöglichkeiten und ruhigen Rückzugsorten.

Restaurants und Bars

Beim Essen reicht die Auswahl häufig vom unkomplizierten Buffet bis zum klassischen Bedienrestaurant.

Dazu kommen je nach Schiff Spezialitätenrestaurants, zum Beispiel Steakhouse, italienische Küche, Sushi oder andere Konzepte. Manche davon sind bereits im Reisepreis enthalten, andere kosten zusätzlich.

Ähnlich sieht es bei den Bars aus: Poolbar, Café, Cocktailbar, Lounge oder Pub – auf größeren Schiffen hast du meist genug Auswahl, um im Laufe der Reise deinen persönlichen Lieblingsplatz zu finden.

Shows und Unterhaltung

Abends gibt es auf vielen Schiffen Shows, Live-Musik, Comedy, DJs oder andere Veranstaltungen.

Das aktuelle Programm findest du normalerweise in der App der Reederei, teilweise auch auf Bildschirmen an Bord oder in einem gedruckten Tagesprogramm.

Mein Tipp: Schau morgens einmal kurz hinein, merke dir ein oder zwei Dinge, die dich wirklich interessieren, und plane nicht jede Stunde durch.

Sport, Pool und Spa

Fitnessstudio, Pools, Whirlpools und Sonnendecks gehören auf vielen modernen Kreuzfahrtschiffen dazu.

Zusätzlich gibt es häufig einen Spa-Bereich mit Massagen, Anwendungen, Sauna oder speziellen Ruhezonen. Welche Bereiche inklusive sind und welche extra kosten, unterscheidet sich je nach Schiff.

Kinder und Familien

Viele größere Schiffe besitzen eigene Kids- und Teens-Clubs, Spielbereiche und Familienangebote.

Auf familienorientierten Schiffen kommen teilweise Wasserrutschen, Aquaparks oder spezielle Familienpools hinzu.

Gleichzeitig gibt es auf manchen Schiffen auch ruhigere Bereiche oder Adults-Only-Zonen für Gäste, die etwas mehr Ruhe suchen.

Der eigentliche Rhythmus: Seetag oder Landtag

Für mich lebt eine Kreuzfahrt vor allem vom Wechsel: An einem Morgen wachst du in einem neuen Hafen auf, am nächsten Tag siehst du vielleicht stundenlang nur Meer.

Beide Tage fühlen sich komplett unterschiedlich an – und genau das macht für mich einen großen Teil des Reizes aus.

Der Seetag: Das Schiff wird zum Reiseziel

Ein Seetag bedeutet, dass während des gesamten Tages kein Hafen angelaufen wird.

Gerade Erstfahrer denken manchmal, ein Seetag sei einfach ein Tag ohne Programm. Eigentlich ist meist das Gegenteil der Fall.

An Seetagen kannst du das Schiff endlich richtig nutzen.

  • ausgiebig frühstücken
  • am Pool oder auf dem Balkon entspannen
  • Fitness oder Spa nutzen
  • an Workshops oder Veranstaltungen teilnehmen
  • Shows, Vorträge oder Sportangebote besuchen
  • einfach mit einem Kaffee irgendwo aufs Meer schauen

Persönlich mag ich Seetage sehr. Gerade wenn davor mehrere intensive Hafentage lagen, ist es angenehm, einmal keinen Wecker, keinen Transfer und keinen Zeitplan zu haben.

An Seetagen wird es voller

Weil alle Gäste an Bord bleiben, sind Pooldeck, Restaurants und bestimmte Innenbereiche an Seetagen meist stärker ausgelastet.

Wenn dir ein bestimmter Liegeplatz wichtig ist, solltest du deshalb nicht erst mittags auf das Pooldeck kommen.

Gleichzeitig lohnt es sich, etwas abseits der offensichtlichsten Bereiche zu suchen. Gerade auf größeren Schiffen gibt es häufig ruhigere Außendecks, Heckbereiche oder andere Plätze, die deutlich weniger voll sind.

Liegen dauerhaft mit Handtüchern zu reservieren, obwohl man gar nicht dort ist, solltest du lassen. Viele Reedereien haben dafür inzwischen eigene Regeln.

Der Landtag: Frühstück und dann ab nach draußen

An einem Hafentag verändert sich der Rhythmus komplett.

Viele Schiffe erreichen ihre Häfen morgens. Dadurch möchten natürlich auch viele Gäste gleichzeitig frühstücken und anschließend von Bord.

Gerade das Buffetrestaurant kann deshalb morgens deutlich voller sein als an einem normalen Seetag.

Danach entscheidest du, wie du deinen Tag verbringen möchtest.

Organisierter Landausflug

Bei einem Ausflug über die Reederei bekommst du Treffpunkt, Transport und Ablauf organisiert.

Das ist besonders praktisch, wenn das Ziel weit vom Hafen entfernt liegt oder du dich nicht selbst um die Planung kümmern möchtest.

Auf eigene Faust

Viele Häfen lassen sich genauso gut selbst erkunden. Dann gehst du zu Fuß los, nutzt Bus, Bahn oder Taxi und gestaltest deinen Tag komplett selbst.

Das ist häufig günstiger und flexibler, bedeutet aber auch, dass du selbst für deine rechtzeitige Rückkehr verantwortlich bist.

Die wichtigste Uhrzeit: Alle Mann an Bord

Die Abfahrtszeit des Schiffes ist nicht automatisch die Uhrzeit, zu der du gemütlich zur Gangway zurückkommen solltest.

Entscheidend ist die von der Reederei angegebene „Alle Mann an Bord“-Zeit.

Diese findest du beispielsweise in der App, im Tagesprogramm, auf Anzeigen beim Ausgang oder sie wird über Durchsagen mitgeteilt.

Meine Regel bei individuellen Landgängen: Ich plane immer etwas Puffer ein und versuche nicht, auf die letzte mögliche Minute zurückzukommen.

Du musst übrigens nicht von Bord gehen

Auch an einem Hafentag gibt es keine Pflicht, das Schiff zu verlassen.

Wenn du den Hafen bereits kennst, einfach erschöpft bist oder lieber einen ruhigen Tag möchtest, kannst du problemlos an Bord bleiben.

Für mich kann das sogar ziemlich angenehm sein: Viele Gäste sind an Land, dadurch sind Pooldeck und öffentliche Bereiche häufig deutlich ruhiger.

Du kannst natürlich auch nur kurz an Land gehen, später wieder zurückkommen oder – sofern es die örtlichen Abläufe erlauben – während der Liegezeit noch einmal von Bord gehen.

So könnte ein typischer Reisetag aussehen

Seetag

  • entspannt frühstücken
  • Pool, Balkon oder Fitness
  • Mittagessen
  • Veranstaltung, Spa oder einfach nichts tun
  • Abendessen
  • Show, Bar oder Live-Musik

Landtag

  • frühstücken
  • Schiff verlassen
  • Hafen oder Umgebung erkunden
  • mit ausreichend Zeit zurückkehren
  • duschen und kurz entspannen
  • Abendessen und Abendprogramm

Mein Fazit

Für mich gibt es beim Bordleben eigentlich nur einen Fehler: zu versuchen, alles mitzunehmen.

Du musst nicht jedes Restaurant ausprobieren, jede Show sehen, jeden Kurs besuchen und gleichzeitig jeden Hafen komplett erkunden.

Gerade die Mischung macht eine Kreuzfahrt aus: mal früh raus und einen neuen Ort entdecken, mal lange frühstücken, mal einen kompletten Nachmittag am Pool verbringen und manchmal auch einfach irgendwo sitzen und aufs Meer schauen.

Nach den ersten Tagen entwickelt sich meistens ganz automatisch dein eigener Rhythmus an Bord.

Wenn ein Hafentag ansteht, bleibt dann eigentlich nur noch die nächste Frage: Landausflug über die Reederei oder lieber auf eigene Faust?