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Freizeit und Landgänge als Crew: Kommt man überhaupt vom Schiff?

Eine Frage, die mir immer wieder gestellt wird: Kann die Crew während einer Kreuzfahrt eigentlich selbst an Land gehen?

Ja – grundsätzlich schon. Nur sieht ein Landgang als Crewmitglied natürlich anders aus als ein kompletter Urlaubstag eines Gastes.

Freizeit richtet sich nach dem Dienstplan

Ob du an Land gehen kannst, hängt zuerst von deiner Position und deinen Arbeitszeiten ab.

Manche Crewmitglieder haben während eines Hafenaufenthalts mehrere Stunden Pause. Andere werden gerade in dieser Zeit besonders dringend gebraucht.

Deshalb kann es passieren, dass der eine Kollege den ganzen Vormittag in der Stadt verbringt, während der andere denselben Hafen nur durch ein Fenster sieht.

Ein Landgang muss nicht den ganzen Tag dauern

Man braucht nicht immer sechs oder acht freie Stunden, damit sich ein Landgang lohnt.

Wenn das Schiff zentral liegt, reichen manchmal schon ein oder zwei Stunden für einen Spaziergang durch die Stadt, einen Kaffee oder einen kurzen Einkauf.

Genau das fand ich persönlich besonders schön: Selbst eine kurze Pause kann reichen, um für eine Weile vom Schiff herunterzukommen und einen neuen Ort zu sehen.

Als Gast plant man häufig den ganzen Hafentag. Als Crew freut man sich manchmal schon, wenn genug Zeit für einen kurzen Spaziergang, etwas Essen an Land oder einen Kaffee außerhalb des Schiffes bleibt.

Dienstpläne können Landgänge ermöglichen

Besonders bei Routen, auf denen bestimmte Häfen regelmäßig wiederholt werden, kann innerhalb eines Teams versucht werden, freie Zeiten möglichst sinnvoll zu verteilen.

Aus meiner Erfahrung wurde dabei teilweise darauf geachtet, dass nicht immer dieselbe Person im gleichen Hafen Dienst hat, während andere jedes Mal an Land gehen können.

Natürlich funktioniert das nicht in jeder Position und nicht an jedem Tag. Der Schiffsbetrieb geht immer vor. Aber mit guter Planung ergeben sich trotzdem regelmäßig Möglichkeiten.

Was macht man in der freien Zeit an Bord?

Nicht jede freie Stunde führt automatisch an Land. Manchmal möchte man nach einem langen Arbeitstag einfach nur schlafen.

Je nach Schiff gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Freizeit innerhalb der Crew-Bereiche zu verbringen:

  • mit Kollegen essen
  • Sport machen
  • in der Crew-Bar zusammensitzen
  • Filme oder Serien schauen
  • mit Familie und Freunden zu Hause telefonieren
  • einfach in der eigenen Kabine Ruhe haben

Und manchmal ist genau das wertvoller als der nächste Landgang.

Warum kurze Landgänge trotzdem besonders sind

Wer monatelang auf einem Schiff lebt, erlebt Häfen anders als ein Urlauber.

Manche Orte sieht man mehrfach. Man kennt irgendwann den nächsten Supermarkt, das Café mit gutem WLAN oder weiß genau, wohin man für zwei freie Stunden gehen kann.

Gleichzeitig gibt es immer wieder Häfen, die man unbedingt sehen möchte und bei denen man hofft, dass der eigene Dienstplan diesmal passt.

Freizeit fühlt sich an Bord anders an

Das Besondere am Crew-Leben ist für mich, dass Arbeit, Reisen und Freizeit komplett ineinander übergehen.

Du arbeitest vielleicht morgens, stehst zwei Stunden später in einer Stadt, in der du vorher noch nie warst, und bist am Abend wieder im Dienst.

Natürlich funktioniert das nicht jeden Tag. Manchmal ist der Zeitplan voll, manchmal ist man müde und manchmal bleibt man mehrere Häfen hintereinander an Bord.

Aber genau diese kleinen Möglichkeiten, zwischendurch die Welt außerhalb des Schiffes zu erleben, gehören für mich zu den Dingen, die die Arbeit auf See so besonders machen.