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Crew-Bereiche und Kabinen: So lebt die Besatzung an Bord

Als Gast bewegst du dich fast ausschließlich durch die öffentlichen Bereiche: Restaurants, Bars, Pooldeck, Theater und Kabinengänge. Hinter den Türen mit der Aufschrift „Crew Only“ beginnt jedoch eine zweite Welt.

Dort wohnen, essen und entspannen die Menschen, die das Schiff rund um die Uhr am Laufen halten. Und vieles davon sieht deutlich anders aus als auf den Passagierdecks.

Eine eigene Welt hinter den Gästebereichen

Große Kreuzfahrtschiffe besitzen umfangreiche Bereiche, die ausschließlich für die Besatzung bestimmt sind. Dazu gehören Kabinen, Kantinen, Aufenthaltsräume, Büros, Lagerräume und interne Wege zwischen den einzelnen Arbeitsbereichen.

Einer der wichtigsten Wege ist häufig ein langer Crew-Korridor, der große Teile des Schiffes miteinander verbindet. Solche Gänge werden von Crewmitgliedern gerne einmal scherzhaft als „Highway“ bezeichnet.

Hier geht es weniger glamourös zu als im Atrium: Menschen kommen von der Arbeit, Lieferungen werden transportiert und Kollegen wechseln zwischen Kabine, Kantine und Arbeitsplatz.

Wie sieht eine Crew-Kabine aus?

Das hängt stark von Schiff, Reederei und Position ab. Es gibt deshalb nicht die eine typische Crew-Kabine.

Manche Crewmitglieder teilen sich eine Kabine mit einem Kollegen, häufig mit Etagenbetten. Andere Positionen haben eine eigene Kabine, teilen sich aber beispielsweise das Badezimmer mit der Nachbarkabine. Höhere Offiziere und bestimmte Managementpositionen verfügen häufig über eigene Kabinen mit eigenem Bad.

Viel Platz darf man meistens nicht erwarten. Bett, Schrank, kleiner Schreibtisch und etwas Stauraum müssen reichen. Trotzdem wird die eigene Kabine gerade nach einem langen Arbeitstag schnell zu einem wichtigen Rückzugsort.

Aus meiner Erfahrung: Die Kabine ist klein, aber irgendwann fühlt sie sich tatsächlich wie das eigene Zuhause an Bord an. Nach vielen Stunden Arbeit ist es manchmal genau das Richtige, einfach die Tür zuzumachen und für eine Weile seine Ruhe zu haben.

Die Crew-Kantine

Gegessen wird normalerweise in einer eigenen Crew-Kantine, oft als „Crew Mess“ bezeichnet.

Weil an Bord Menschen aus sehr vielen Ländern arbeiten, ist auch das Essen häufig international ausgerichtet. Neben europäischen Gerichten findest du deshalb je nach Schiff beispielsweise asiatische, indische oder andere internationale Speisen.

Die Kantine ist gleichzeitig einer der Orte, an denen man ständig Kollegen aus anderen Abteilungen trifft. Gerade auf großen Schiffen ist das sonst gar nicht selbstverständlich.

Wo verbringt die Crew ihre Freizeit?

Auf vielen Schiffen gibt es eigene Freizeitbereiche für die Besatzung. Dazu können gehören:

  • eine Crew-Bar
  • Aufenthaltsräume
  • ein kleiner Crew-Shop
  • Fitnessmöglichkeiten
  • eigene Außen- oder Sonnendecks

Gerade die Crew-Bar ist häufig ein wichtiger Treffpunkt. Dort wird nach Feierabend zusammengesessen, Geburtstage werden gefeiert oder es finden kleine Veranstaltungen statt.

Der Crew-Shop ist dagegen deutlich unspektakulärer, aber ziemlich praktisch: Snacks, Getränke und alltägliche Dinge lassen sich dort kaufen, ohne bei jeder Kleinigkeit auf den nächsten Hafen warten zu müssen.

Ordnung und Sicherheit gehören dazu

Auch wenn die Kabine der private Rückzugsort ist, gelten an Bord klare Regeln. Crew-Unterkünfte können auf Sauberkeit, Sicherheit und Brandschutz kontrolliert werden.

Das ergibt auch Sinn: Auf einem Schiff leben viele Menschen auf engem Raum, und besonders beim Brandschutz gelten entsprechend hohe Anforderungen.

Was mir am Crew-Leben besonders in Erinnerung geblieben ist

Der Platz ist begrenzt und Arbeit und Privatleben liegen viel näher zusammen als an Land. Gleichzeitig entsteht dadurch eine sehr eigene Gemeinschaft.

Kollegen wohnen nur wenige Meter voneinander entfernt, essen gemeinsam und verbringen auch ihre freie Zeit miteinander. Dadurch entstehen Kontakte zu Menschen, denen man an Land wahrscheinlich nie begegnet wäre.

Für mich war genau diese Mischung besonders: wenig Platz und wenig echte Distanz zum Arbeitsplatz, gleichzeitig aber eine Gemeinschaft, die sich sehr schnell wie ein kleines eigenes Zuhause anfühlen kann.