Wie sieht ein normaler Arbeitstag auf einem Kreuzfahrtschiff aus? Die ehrlichste Antwort lautet: Den einen typischen Crew-Tag gibt es nicht.
Der Tagesablauf eines Kellners kann völlig anders aussehen als der eines Technikers, Fotografen, Ausflugsguides oder Mitarbeiters an der Rezeption. Dazu kommen Hafentage, Seetage und unterschiedliche Schichtmodelle.
Der Job bestimmt den Rhythmus
Auf einem Kreuzfahrtschiff läuft der Betrieb rund um die Uhr. Deshalb können Arbeitszeiten sehr unterschiedlich verteilt sein.
Manche Crewmitglieder beginnen sehr früh am Morgen. Andere werden hauptsächlich am Nachmittag und Abend gebraucht. In Bereichen wie Security, Technik oder Rezeption können zusätzlich Nacht- und wechselnde Schichten vorkommen.
Ein klassischer Arbeitstag von Montag bis Freitag, acht Stunden am Stück und anschließend Feierabend, passt deshalb kaum zum Leben an Bord.
Geteilte Dienste gehören häufig dazu
Besonders typisch sind Arbeitszeiten, die über mehrere Blöcke am Tag verteilt sind.
Jemand kann beispielsweise morgens einige Stunden arbeiten, anschließend eine längere Pause haben und am Abend wieder im Dienst sein.
Das wirkt auf den ersten Blick ungewöhnlich, passt aber zum Tagesablauf eines Kreuzfahrtschiffes: Manche Bereiche werden beim Frühstück stark gebraucht, andere während eines Hafentages kaum und am Abend wieder umso mehr.
Wichtig: Arbeitszeiten unterscheiden sich stark nach Reederei, Schiff, Abteilung und Position. Ein einzelner Tagesplan lässt sich deshalb nie auf die gesamte Crew übertragen.
Hafentag und Seetag können völlig anders aussehen
Auch die Route beeinflusst den Arbeitstag.
An einem Hafentag sind manche Bereiche besonders beschäftigt. Dazu gehören beispielsweise Ausflugsteams, Security oder Mitarbeiter rund um Gangway und Gästeorganisation.
Andere Bereiche können dagegen während des Landgangs etwas ruhiger werden, weil ein großer Teil der Gäste das Schiff verlassen hat.
An einem Seetag befinden sich dagegen fast alle Gäste an Bord. Restaurants, Bars, Freizeitangebote und Gästebereiche sind entsprechend stärker ausgelastet.
Arbeiten, essen, kurz abschalten – und wieder arbeiten
Zwischen den Arbeitsblöcken spielt sich das normale Crew-Leben ab.
Essen in der Crew-Kantine, kurz in die Kabine, duschen, schlafen oder vielleicht noch etwas Sport: Vieles passiert dort kompakter als im normalen Alltag an Land, weil Arbeitsplatz und Zuhause nur wenige Minuten voneinander entfernt liegen.
Genau das kann praktisch sein. Nach Dienstende gibt es keinen Arbeitsweg. Gleichzeitig ist man aber natürlich auch nie wirklich weit vom Arbeitsplatz entfernt.
Zusätzliche Termine gehören ebenfalls dazu
Neben der eigentlichen Arbeit können weitere Aufgaben hinzukommen.
- Sicherheitsübungen
- Meetings und Schulungen
- Einweisungen
- besondere Veranstaltungen
- zusätzliche Aufgaben bei An- oder Abreisetagen
Gerade auf einem Schiff ist Sicherheit nicht nur Aufgabe einzelner Mitarbeiter. Crewmitglieder haben zusätzlich zu ihrem normalen Beruf festgelegte Aufgaben für Notfälle und Übungen.
Mein Eindruck vom Arbeitsalltag an Bord
Der Alltag kann anstrengend sein, gerade weil Arbeits- und Privatleben so eng miteinander verbunden sind.
Gleichzeitig entsteht schnell ein eigener Rhythmus. Nach einiger Zeit weiß man, wann es hektisch wird, wann etwas Ruhe einkehrt und wie man die freien Stunden für sich am besten nutzt.
Genau deshalb lässt sich Crew-Leben schlecht mit einem normalen Bürojob vergleichen. Man lebt nicht nur auf dem Schiff – der komplette Alltag findet dort statt.
