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Was passiert bei einem Hafentag hinter den Kulissen?

Für Gäste sieht ein Hafentag oft ziemlich einfach aus: Das Schiff legt morgens an, die Gangway öffnet und ein paar Stunden später geht es weiter zum nächsten Ziel.

Hinter diesem scheinbar normalen Ablauf steckt allerdings eine ganze Reihe von Prozessen, die oft schon beginnen, bevor die meisten Gäste überhaupt beim Frühstück sitzen.

Der Lotse kommt an Bord

Schon vor der Hafeneinfahrt kommt in vielen Häfen ein Lotse an Bord. Er kennt das Revier, die Fahrrinne, Strömungen und örtlichen Besonderheiten besonders genau und unterstützt die Schiffsführung bei der sicheren Einfahrt.

Den Kapitän ersetzt er dabei nicht. Die Verantwortung für das Schiff bleibt grundsätzlich bei der Schiffsführung.

Dann muss das Schiff erst einmal an die Pier

Je nach Hafen wird das Schiff mit eigener Maschinenkraft, Querstrahlrudern und gegebenenfalls zusätzlichen Schleppern an seinen Liegeplatz manövriert.

Sobald die Position stimmt, werden die Festmacherleinen an Land gebracht und dort gesichert. Erst wenn das Schiff sicher liegt, können die nächsten Abläufe beginnen.

Warum kann man nicht sofort von Bord?

Nur weil das Schiff festgemacht hat, bedeutet das noch nicht, dass die Gangway sofort für Gäste geöffnet wird.

Zunächst müssen je nach Hafen verschiedene Formalitäten erledigt werden. Dazu können Hafenbehörde, Zoll, Einreise- oder Gesundheitsformalitäten gehören. Viele Informationen werden heute bereits vor der Ankunft übermittelt, trotzdem muss das Schiff für den Landgang offiziell freigegeben sein.

Deshalb kann es passieren, dass das Schiff bereits seit einigen Minuten an der Pier liegt, du aber trotzdem noch nicht von Bord gehen kannst.

Während du den Hafen erkundest, läuft die Arbeit weiter

Ein Hafentag ist für ein Kreuzfahrtschiff häufig gleichzeitig ein großer Versorgungstag.

Je nach Reise und Hafen können unter anderem folgende Arbeiten stattfinden:

  • Lebensmittel und Getränke werden geliefert.
  • Ersatzteile und Verbrauchsmaterial kommen an Bord.
  • Müll und andere Abfälle werden an Land abgegeben.
  • Frischwasser kann übernommen werden.
  • Kraftstoff oder andere Energieträger können gebunkert werden.
  • Technische Wartungen oder kleinere Reparaturen werden durchgeführt.

Viele dieser Vorgänge laufen parallel, damit das Schiff seine begrenzte Liegezeit möglichst effizient nutzen kann.

Auch Crew kann wechseln

In bestimmten Häfen reisen außerdem Crewmitglieder ab und neue Kollegen kommen an Bord.

Dazu kommen Lieferanten, Techniker, Behördenvertreter und andere Personen, die während des Hafenaufenthalts Zugang zum Schiff benötigen. Für Security und Crew bedeutet ein Hafentag deshalb deutlich mehr als nur Gäste ein- und aussteigen zu lassen.

Und dann beginnt alles wieder rückwärts

Vor dem Auslaufen müssen alle Gäste zurück sein, Lieferungen beendet, externe Personen von Bord und die notwendigen Abfahrtsformalitäten erledigt sein.

Anschließend wird die Gangway eingeholt, die Festmacherleinen werden gelöst und das Schiff verlässt den Hafen wieder.

Häufig kommt dabei erneut ein Lotse zum Einsatz, bis das Schiff den Hafenbereich sicher verlassen hat.

Mein Fazit

Ein Hafentag ist für Gäste meistens der Moment, an dem sie das Schiff verlassen und einen neuen Ort entdecken.

Für das Schiff selbst ist er gleichzeitig ein logistisches Zeitfenster: Gäste bewegen, Vorräte auffüllen, Abfälle abgeben, Technik betreuen und alles für die nächste Etappe vorbereiten.

Wenn man das einmal weiß, wirkt ein einfaches „Wir liegen heute von 8 bis 18 Uhr im Hafen“ plötzlich deutlich beeindruckender.